Joseph Freiherr von Eichendorff (1788-1857) zählt zu den bedeutendsten Dichtern der deutschen Spätromantik. Vom Mai 1849 bis zum Oktober 1855 hielt er sich mit Unterbrechungen in der anhaltinischen Stadt Köthen auf, wo er mit seiner Frau ein Haus bewohnte, das ein Jahr zuvor in den Besitz seiner Familie gelangt war. Eichendorff in Köthen: das ist eigentlich nur eine Randnotiz in der Geschichte Köthens, eine kurze Episode im Leben des Dichters. Und doch ist dieser späte Lebensabschnitt, in dem sich Eichendorff vor allem mit literaturgeschichtlichen und literaturtheoretischen Arbeiten befasste, einer eingehenden Würdigung wert. Der einleitende Aufsatz von Inge Streuber nimmt sich dessen an und schildert ausführlich die Beziehungen des Literaten zur Stadt vor den Toren Magdeburgs.
Den Hauptteil des Buches bilden die Faksimiles der 13 Gedichte, die Eichendorff zum Deutschen Musenalmanach für das Jahr 1837 an den damaligen Herausgeber Adalbert von Chamisso sandte. Es sind darunter solch hochkarätige Texte wie Der stille Grund und Der Einsiedler. Weiterhin sind Briefe Eichendorffs abgebildet, deren Originale wie auch die Gedicht-Handschriften im Besitz des Historischen Museum der Stadt Köthen sind. Gedichte und Briefe wurden für das vorliegende Buch buchstaben- und zeilengetreu transkribiert und kommentiert. Ein Beitrag von Norbert Pietsch anlässlich der Begegnung von Eichendorff-Freunden mit dem Begründer der Eichendorff-Gedenkstätte in Lubowitz/?ubowice und Gemeindepfarrer Dr. Heinrich Rzega in Köthen vervollständigt die schön gestaltete Ausgabe.
Pressestimmen:
"... ein schönes Büchlein als Erinnerung an den letzten Romantiker, der "in Rosen" wohnen durfte."
(Mitteldeutsche Zeitung)