KULTURREISEN I - Das Schifffahrtsmuseum in der Kieler Fischhalle

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Doris Tillmann

 

Das Schifffahrtsmuseum in der Kieler Fischhalle und seine Sammlungen zur maritimen Stadtgeschichte

 

Kulturreisen 

Journal für Kulturgeschichte und Kunst

museum-spezial · Band 1 · 2007

 

160 Seiten

über 250 farbige Abbildungen

16,5 x 24 cm

Broschur

ISBN 978-3-89923-500-5

ISSN 1865-0139

9,80 EUR

Schifffahrtsmuseum Kiel - Museumsführer
Schifffahrtsmuseum Kiel - Museumsführer

Sonja Kinzler

 

Schifffahrtsmuseum Kiel

 

STEKO-Kunstführer No. 28

 

64 Seiten

56 farbige Abbildungen

Broschur

12 x 17 cm

EUR 3,00

ISBN 987-3-89923-155-7

 

 

Die Geschichte Kiels, der heutigen Landeshauptstadt Schleswig-Holsteins, ist auf das Engste an maritime Zusammenhänge geknüpft. Schiffbau, Fischfang und -verarbeitung, Handel und Seefahrt haben seine fast 800-jährige Historie geprägt. Immer wieder waren seine vielfältigen Verbindungen zum Meer die Ursache für Aufschwünge, aber auch für Krisen im Gemeinwesen. 1283 schon wurde Kiel Mitglied der Hanse. Seit 1665 ist es Universitätsstadt. Nachdem im 18. Jahrhundert Katharina II. von Russland durch ihren Sohn die Machtfragen zwischen Gottorf und Dänemark hatte klären lassen, kam Kiel zeitweise unter dänische Herrschaft.

Kieler Sprotten sind heute ebenso berühmt wie die Kieler Woche. Hier fanden olympische Segelwettbewerbe statt, und von hier hatten sich 1918 revolutionäre Unruhen über ganz Deutschland ausgebreitet. Kiel ist als Schiffbauzentrum der Ort Maßstäbe setzender Erfindungen wie etwa des Unterseebootes durch Wilhelm Bauer. Aber durch den Einsatz dieser Erfindungen für militärische Zwecke war die Stadt immer wieder auch das Ziel von Angriffen. Im Zweiten Weltkrieg etwa musste Kiel insgesamt 90 Luftangriffe über sich ergehen lassen. Heute ist Kiel eine moderne Großstadt mit 230 000 Einwohnern und politisches, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum des Bundeslandes. Als Mekka des Segelsports genießt es ebenso internationales Renommee wie als Stätte maritimer Wirtschaft und Wissenschaft. Wasser war, ist und bleibt das Kieler Element.

Darum ist das 1978 eingerichtete sehenswerte Schifffahrtsmuseum in der Kieler Fischhalle ein Ort, in dem Stadt- und maritime Geschichte auf das Sinnfälligste korrespondieren. Die vielfältigen Exponate sind ebenso in diese Zusammenhänge gebettet wie der Bau an sich. Errichtet im Jahr 1909 als repräsentative Fischhalle, zeugt er noch heute von den hohen Ansprüchen der damals aufgekommenen Lebensmittelhygiene. Aufwendiger Bauschmuck mit regional gebundenen Neobarock- und Jugendstilelementen sowie ein fast sakral anmutendes Gewölbe verleihen dem Gebäude seine Attraktivität und machen es zu einem Anziehungspunkt für zahlreiche Besucher. Arkaden begrenzen die Haupthalle im Innern. In den Nischen dahinter befanden sich einst mehr als 20 Fischgeschäfte des Einzelhandels. Von hier kann der Blick über die Förde und auf den angrenzenden Fischleger schweifen.

 

In ihrem gut lesbaren, informativen und faktensatten Text beschreibt Museumsdirektorin Dr. Doris Tillmann die versammelten Exponate und bringt sie in größere Zusammenhänge. So ist dieses reich und durchgehend farbig mit historischen und aktuellen Abbildungen illustrierte Buch Museums- und Stadtgeschichte in einem. Gemälde, historische Dokumente, Schiffsmodelle, nautisches Gerät, maritime Antiquitäten, Werbeplakate, aber auch drei originale historische Schiffe zählen zum Museumsbestand und werden in Wort und Bild vorgestellt. Von Marinemalerei, der weit verbreiteten Faszination von den „Blauen Jungs“, aber auch von der Fördestadt in der Weimarer Republik und den beiden Weltkriegen wird erzählt. So ist dieses attraktive Buch weit mehr als nur eine Einladung in das Schifffahrtsmuseum und nach Kiel. Es vermittelt auf sehr eingängige Weise darüber hinausgehende Einsichten.

KULTURREISEN II - Feuer an allen Ecken

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Gaby Kuper

 

Feuer an allen Ecken

 

Der Dreißigjährige Krieg im Spiegel sachsen-anhaltischer Museen

 

Kulturreisen

Journal für Kulturgeschichte und Kunst

museum-spezial · Band 2 · 2007

 

208 Seiten

285 meist farbige Abbildungen

Broschur

14 x 21 cm

14,80 EUR

ISBN 978-3-89923-501-2

ISSN 1865-0139

 

Mit den Ereignissen des Dreißigjährigen Krieges sind in Sachsen-Anhalt große Schlachten wie die an der Dessauer Elbbrücke 1626, die Eroberung Magdeburgs 1631, die bei Lützen 1632 oder bei Werben 1636 verbunden. Die großen Heerführer der Zeit zogen durch das Land: Albrecht von Wallenstein und König Gustav II. Adolf, die kaiserlichen Generäle Johann Tserclaes Graf von Tilly und Gottfried Heinrich Graf zu Pappenheim oder der auf Seiten der Protestanten kämpfende General Bernhard von Sachsen-Weimar wie auch die Oberbefehlshaber der schwedischen Truppen Johann Banér und Lennart Torstensson. Das verheerende Kriegsfeuer prägte die Menschen wie das Leben nachhaltig. Zeitgleich sandte die Region dennoch auch entscheidende Impulse für die Kunst- und Kulturgeschichte Deutschlands und Europas aus. Zu nennen sind u. a. die in Köthen gegründete „Fruchtbringende Gesellschaft“ von 1617, die erste Akademie auf deutschem Boden, der Komponist Heinrich Schütz, der den größten Teil seines Lebens in Weißenfels verbrachte, oder auch einer der bedeutendsten Naturforscher des 17. Jahrhunderts, Otto von Guericke, der nicht nur die Eroberung und Zerstörung seiner Heimatstadt Magdeburg 1631 miterlebte, sondern danach politisch auf den Friedenskongressen in Münster und Osnabrück für die Stadt tätig war.

Der vorliegende Band weist auf die wichtigsten Sammlungen hin, die Bestände zum Dreißigjährigen Krieg bewahren, gleich, ob es sich um herausragende Gemälde, Grafiken zu einzelnen Themen des Krieges, Münzen, Waffen oder Gegenstände des alltäglichen Bedarfs handelt. Zudem erzählen auch Zeitzeugen ihre Geschichte, berichten von Sorgen und Wünschen oder schildern einfach nur einzelne Kriegsereignisse aus ihrer Sicht – egal ob Söldner oder Heerführer, Stadtbürger oder Landbewohner.

Im Zusammenspiel der  Ereignisberichte, der Original-Stimmen und der Museumspräsentationen entsteht so ein spannendes und vielfarbiges Kaleidoskop dieses besonderen Teils sachsen-anhaltischer Geschichte, das dazu einlädt, in einer weiteren Kulturreise die Spuren des „Feuers an allen Ecken“ zu entdecken.

Ein äußerst anschaulicher und großzügiger Foto-Exkurs auf zahlreichen Doppelseiten begibt sich auf die Spuren des berühmten Schwedenkönigs Gustav II. Adolf in Stockholm und Uppsala selbst und lässt so Person und Kultur des Verfechters des Protestantismus lebendig und greifbar werden.


SF